| Titel: | DIE SPEKTRALVISION DES SCHWEINES | ![]() |
| Jahr: | 1994 | |
| Ort: | Tasmanian School of Art, Hobart TAS (Australia) | |
| Abriss: | Eine Dokumentation über PIGVISIONs Theorie der Spektralvision des Schweines. Die Theorie wurde auf den Ergebnissen des Projektes "DURCH EIN SCHWEINEAUGE BLICKEN" aufgebaut. |
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| Abbildung: | Grafische Erläuterung wie ein Schwein einen Schweinehirten sieht. | |
| Archiv-Nr.: | DW03-94 | |
| Querverweis: | Dieser Text wurde in einem Ausstellungsposter an der Royal Hobart Show 1994 aufgeführt. Bitte lesen Sie auch: Durch das Auge eines Schweines blicken, Royal Hobart Show 94 |
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| Projekttour | ||
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Die Spektralvision des Schweines Sieht das Schwein die Welt wie wir sie sehen ? Nein! Selbst wenn das Auge ähnlich wie das menschliche Auge gebaut wäre, würde es nicht die gleiche Welt sehen. Der Sehsinn umfasst mehr als nur das Auge. Es schliesst das Gehirn mitein, das die Signale des optischen Nerven interpretiert. Welches Bild wir auch immer von einem Schweineauge erhalten, es ist immer unser eigenes Gehirn, das die letzte Interpretation macht. Trotzdem können wir die Nervenimpulse von Auge und Gehirn eines Schweines messen und so ein Modell dessen Sehsinnes machen. Fig. 1 Die ISE-Ultramikroelektrode misst die Nervenimpulse zwischen Auge und Gehirn. Die Information wird durch eine Matrix von NACs (Neural Accelerator Chip) verarbeitet, so dass ein Bild auf dem Computerbildschirm erscheint. Ist die Welt des Schweines farbig ? Ja, sie ist es! Das menschliche Auge sieht Kontraste dank dem Hemmungseffekt, den angesprochene Rezeptoren der Retina auf ihre benachbarten Nervenzellen ausüben. Dieser Hemmungseffekt ist beim Schwein viel schwächer, so dass die Grenzen zwischen hellen und dunklen Flächen verschwimmen. Während der Mensch eine scharfe Linie zwischen sich kontrastierenden Farbfeldern sieht, erblickt das Schwein ausserdem das gesamte Farbspektrum, das von dem Farbton des einen Feldes in denjenigen des anderen überführt. Das Schwein hat eine sogenannte Spektralvision. Fig.2 Im Gegensatz zum menschlichen Sehsinn, erfasst der Sehsinn des Schweines keine scharfe Linien. Zwischen den zwei Farbfeldern erfasst er zusätzliche Farbtöne des Lichtspektrums. Wie erkennt das Schwein Gegenstände ? Das Erkennen von Mustern und Gegenständen ist eine Funktion des Gehirns. Das menschliche Hirn "zeichnet" Linien entlang sich kontrastierender Lichtfelder. Das Schweinehirn erkennt Umrisse auf ähnliche Weise, indem es spektrale Bänder verbindet. Ein Gegenstand erscheint um so auffälliger, je mehr Farbtöne in solch induzierten Spektren vorkommen. Auf der andern Seite kann das Schwein Spektren, die in der Aussenwelt vorkommen, nicht erkennen. Schweine sehen den Regenbogen im Himmel nicht! Fig.3 Das Schwein sieht feste Objekte lediglich als ebene Flächen von einheitlicher Farbe. Nur wenn sich zwei Farbfelder durch einen klaren Kontrast voneinander unterscheiden, sieht das Schwein einen Unterschied. Das weiche Ineinanderfliessen der Farben eines Regenbogens machen ihn unsichtbar für dessen Sehsinn. Was für Neuheiten gibt es im Schweinestall ? Die Tatsache, dass Schweine denjenigen visuellen Bereichen am meisten Beachtung schenken, die die breitesten Farbspektren erzeugen, kann für die tägliche Arbeit im Schweinestall zu Nutzen gemacht werden. Die Arbeitskleidung und die Architektur des Schweinestalles müssen an die Eigenart des Schweines angepasst werden, so dass Stress beim Umgang mit den Tieren leichter vermieden werden kann. Ein starker Farbkontrast zwischen Stiefel und Boden lenkt die Aufmerksamkeit des Schweines auf die Stiefel. Wenn die Beine des Arbeitsoveralls zusätzlich wie ein Regenbogen gefärbt sind, entfällt die visuelle Verbindung mit dem Oberkörper. Ein Aufmerksamkeit erregendes Objekt, das sich im unteren Bereich des Sehfeldes eines Tieres befindet, verursacht weniger Angst. Fig. 4 Schweine erschrecken leicht, wenn sich grosse Objekte annähern. PIGVISIONs Arbeitsanzug verhehlt die Grösse der ArbeiterInnnen im Schweinestall und lässt sie den Schweinen wie "gehende Stiefel" erscheinen. Was vergrössert den Appetit des Schweines ? Schweinefutter erfordert nicht nur die richtige Bilanz an Nährstoffen, sondern muss vom Tier auch akzeptiert werden. Wildschweine verwenden viel Zeit für die Futtersuche. Sehsinn, Geruch und Geschmack sind die primären Sinnesleistungen, die das Futterverhalten beeinflussen. Mit der Einführung von farbigen Futter in der Schweinehaltung kann das Fressverhalten der Tiere verbessert werden. Ein buntes Farbspiel im Menu des Schweines erhöht die tägliche Futteraufnahme und verbessert die Verdauung. Fig. 5 Die Empfindlichkeit des Schweinehirns gegenüber Farbspektren charakterisiert sich durch drei grössere Wellenlängenbereiche: blau, grün und rot. Die Gegenüberstellung dieser drei Farben induziert die stärkste visuelle Reaktion. Durch die Entdeckung der positiven Korrelation zwischen Reaktionsstärke und Appetit konnte PIGVISION ein dreifarbiges Futter entwickeln. Eine Mischung blauer, grüner und roter Pellets zeigt eine höhere Futtereffizienz als ein- oder zweifarbiges Futter.
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